#1

Einzelhandel rückschrittlich?

in Meckerecke 08.06.2020 15:25
von KuzdieHand | 16 Beiträge

Hey alle zusammen!

Mir ist neulich bei meinem Aldi aufgefallen, wie rückschrittlich der Einzelhandel eigentlich ist ..
Die Mitarbeiter müssen , um gegenseitig Kontakt aufzunehmen, das Ladentelefon benutzen und durch das ganze Geschäft irgendwelche Codes durchgeben, außerdem ist die Kasse nicht automatisiert und ohne Bildschirm ... Das ist doch total rückschrittlich, findet ihr nicht? Haben die Geschäfte etwa kein Geld oder gibt es noch keine besseren Lösungen?

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#2

RE: Einzelhandel rückschrittlich?

in Meckerecke 11.06.2020 09:50
von HandSolo | 15 Beiträge

Hallöchen,
gut bemerkt. Darauf achte ich beim alltäglichen Einkauf gar nicht wirklich. Vielleicht sollte ich auch mal wieder mit wachsameren Augen auf meine Umgebung zugehen.

Ganz ehrlich? Ich denke, es liegt an den einzelnen Einzelhandelsketten bzw. den Geschäftsführenden davon. Im Lidl beispielsweise gibt es Bildschirme an der Kasse. Den Kontakt untereinander nehmen die Mitarbeiter aber trotzdem persönlich oder über Telefon-Durchsagen auf. Meiner Meinung nach variiert es also stark von Supermarkt zu Supermarkt. Manche Geschäfte bieten im Jahre 2020 sogar Selbstbedienungskassen an. Teilweise kann man seine Produkte sogar während des Einpackens scannen und spart sich sehr viel Zeit. So rückschrittlich ist der Einzelhandel im Gesamten eigentlich nicht... Hier siehst du mal, was mittlerweile alles im Geschäft möglich ist: https://www.ivanti.de/solutions/industry/retail

LG.

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#3

RE: Einzelhandel rückschrittlich?

in Meckerecke 21.06.2020 13:01
von Lamika | 4 Beiträge

Man muss das natürlich alles im Verhältnis sehen.

"Nicht so rückschrittlich" kann man zum Beispiel nicht behaupten, wenn man es mit China vergleicht. Im Vergleich dazu, sind wir im Steinzeitalter. Die bezahlen dort teilweise mit Gesichtsscanner in ihren komplett automatisierten Geschäften. Oder haben eine einzige App, die zum Beispiel Facebook, Paypal und Whats-App in einem ist. DAS ist, was möglich ist. Dagegen sind wir natürlich wirklich lächerlich, was Technologisierung angeht.

Allerdings finde ich das in vielen Bereichen auch gut so. Denn die Technologien so angewandt wie in China, liefern natürlich die Säulen für einen allumfassenden Überwachungsstaat, wo jedes Gesicht abgespeichert, jeder Fingerabdruck kategorisiert und jeder Zahlungsstrom digitalisiert wird - der gläserne Bürger in Perfektion. Das möchte ich nicht.
Aber ich möchte schon, dass wir die Technik nutzen, um uns das Leben zu vereinfachen und unsere Umwelt zu schonen. Und leider macht genau hier unser Einzelhandel leider überhaupt keine gute Figur.

Ich habe jedenfalls noch nichts davon gehört, dass Lidl, Aldi, Rewe, Kaufland oder Karstadt darauf setzen würden, ihre Filialen nur mit Öko-Strom zu betreiben oder Verpackungen zu sparen. Selbst die Plastik-Tüten haben sie erst aufgegeben, als es per Gesetz erzwungen wurde. Und das war ja nun wirklich das Mindeste.
Kaufhof kam erst vor 2 Jahren auf die Idee, mal elektronische Pads für Mitarbeiter und Kunden in den Filialen einzuführen, damit man schauen kann, wo es den gewünschten Artikel vielleicht gibt, wenn er in dieser Filiale nicht zu finden ist. Und das ist alles nur, was man als Kunde vor den Kulissen mitbekommt. Ich will gar nicht wissen, wie ineffizient sie hinter den Kulissen sind.

Naja, das Gesamtbild lässt mich jedenfalls kein großer Fan vom stationären Einzelhandel sein. Ich suche mir meine Produkte dann lieber selbst im Internet, wo ich weiß, dass effizient und umweltschonend gearbeitet wird. Mein Essen bestelle ich immer direkt vom Bio-Bauernhof (die gibt es eigentlich in fast jeder Ragion, einfach mal bei euch schauen ) und meine Kosmetik bestelle ich beispielsweise bei Rigana.

Ich glaube wirklich, dass der Einkauf der Zukunft online stattfinden wird. Viele Geschäfte können sich große Lagerräume teilen, eine Vielzahl an Filialen fällt wegn, weil direkt aus dem Lager an den Kunden geliefert wird und auch Verpackungskosten/Material/umweltzerstörende Abgase werden gespart, wenn die Filialen wegfallen. Es hat NUR Vorteile für unsere Umwelt, wenn wir uns positiv technlogisieren und es nutzen, um uns den Alltag leichter zu gestalten und die Natur zu entlasten.

Natürlich gibt es auf dem Weg einige Baustellen. So muss zum Beispiel unsere Gesellschaft umstrukturiert werden, um die wegfallenden Arbeitsplätze zu kompensieren. Zukunftsweisende Ökonomen sprechen zum Beispiel von einem bedingsungslosem Grundeinkommen. Und die ganzen Zahlungssysteme, mit denen wir elektronisch zahlen, müssen Open Source entwickelt werden, damit Schnittstellen, wo Daten abgeafsst werden und missbraucht werden können, entdeckt und abgeschafft werden können. Das passiert im Moment leider überhaupt nicht - jedenfalls nicht bei Zahlsystemen, die flächendeckend eingeführt werden.

Puh, das war jetzt viel - aber immer noch nur ein kleiner Abriss dieses zukunftsweisenden sehr wichtigen Themas. :)

Mein Fazit: Ja, wir hängen Lichtjahre hinterher, hinter dem was technisch möglich ist. Aber es wird kommen. Und wenn es kommt, hoffe ich, wir setzen es so um, dass es uns nutzt - und uns nicht versklavt, weil sehr mächtige Strukturen dann all unsere Daten haben und uns besser kennen als wir selbst.

zuletzt bearbeitet 21.06.2020 13:03 | nach oben springen

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